der liebe nette kerl
ich habe soviel sehnsucht in mir. und dass ich nicht bekomme, wonach ich mich sehne, lässt mich zweifeln an mir. ob ich so uninteressant bin. oder verschrecke ich sie. ich habe mir sagen lassen ich wirke arrogant.
immer vorsichtiger werde ich in dem, was ich tue, was ich sage, wie ich mich verhalte. oft bin ich dann noch mehr ich selbst, als ich eigentlich Ich bin. und wahrscheinlich würde ich ganz anders sein, wenn ich nur mehr aufmerksamkeit bekäme. mehr ich. viel lebendiger, viel freier. begeisternder, humorvoller, charmanter und einfach mitreißender. statt- und währenddessen bin ich einfach nur ein lieber netter kerl. ein solcher wie sich ihn eigentlich alle frauen wünschen. zumindest sagen sie das.
bullshit, frauen wollen keine lieben netten kerle. zumindest reicht das nicht aus. frauen wollen abenteuer. jemanden, der begeistert. der mit charme die seele erobert. oder mit humor die gemeinsamen stunden vergoldet. jemand der sich abhebt, der hervorsticht, anders als die anderen ist. jemanden zum bewundern, zum aufschauen. und weil ich das nicht bin, interessiert sich frau nicht für mich, und weil sich frau nicht für mich interessiert bin ich das nicht. hach, ich liebe teufelskreise…
legitim intim
sie macht mich unruhig. jedes mal wenn ich sie sehe. als sei da was zwischen uns… eine spannung. oder bin nur ich das, also meine anspannung. ich will ihr näher kommen. will sie anfassen… küssen und ja… manchmal auch mehr. und andererseits flüstert eine stimme mir zu, sie ist nicht dein typ. bist du sicher, dass du was ernstes willst? denn für was unernstes wär sie nicht der typ. also nicht der typ in jeglicher hinsicht… aber weiß ich das ganz sicher?! wie oft hat sie mich getäuscht, meine intuition… auf der anderen seite habe ich ihr auch nie nachgegeben. immer kam der anstand dazwischen. sowas macht man nicht. nur typisch mann vielleicht, aber der bin ich nicht… oder war ich nie… vielleicht sollte ich genau das ändern. mehr auf meinen bauch hören. was ist verkehrt jemandem nah sein zu wollen… sind die motive nicht erstmal egal?! wie kann ich wissen, dass sie nicht genauso fühlt… aus jahrelangem intimitätsentzug heraus. so einzigartig kann es nicht sein, ein wenig nähe zu wollen. begehren zu wollen und begehrt sein zu wollen. und wenn sich dann zwei menschen zueinander hingezogen fühlen und sich auf das gewisse mehr einlassen. mehr, aber auch gerade nur genug um energie zu tanken. und nicht genug, als dass es für das ernste bindet.
kann es das geben oder wird es unweigerlich komplizierter?
hinterher
wortwitz ja, aber schlagfertigkeit? die besten sprüche fallen mir meist erst nachher ein. und dann ärgere ich mich. und wenns nur ein wenig ist. wie wäre die situation wohl ausgegangen, wäre mir das passende im passenden moment eingefallen… dieses gefühl, nicht optimal reagiert zu haben. dieses gefühl, nicht als der überlegene aus einer situation herauszugehen. nicht nur die situation selbst ist unangenehm… dieser moment der verbalen konfrontation, der man mit sprachlosigkeit praktisch machtlos gegenübersteht. wenn es doch nur die einfallslosigkeit wäre… aber nein, ein paar minuten, manchmal auch erst ein paar stunden später fallen einem aus heiteren himmel plötzlich die besten erwiderungen ein.
so wie heute als ich in einer etwas größeren runde von meinem neuen auto erzählte, ein sportliches cabrio der marke mg. frauenauto! flog es mir da abrupt aus der runde entgegen. nicht aus dem munde eines mannes… sondern aus dem einer frau. ich wusste nicht, warum ich mehr perplex war. wegen der mir eher unverständlichen assoziation der marke mg mit weiblichkeit oder die tatsache, dass dieser urtypisch männliche provokationskommentar über die lippen einer gestandenen frau gekommen war. erst irgendwann abends kam mir die passende erwiderung in den sinn: ja manchmal haben eben auch frauen guten geschmack.
geradezu chauvinistisch und damit gerade genug im widerspruch zu dem wesen meiner person, damit es zu irritation auf seite der gegenüber führen könnte. doch stattdessen grummelte ich, dass das ich sowas ja zum ersten mal hörte. und schob nur noch etwas halbherzig hinterher, dass ich mich ja zuvor auch für das equivalente gefährt aus dem hause mazda interessiert hatte… ein modell von dem ich wusste, dass es schon lange eben besagten titel des frauenautos eher verdient als zu unrecht trug. was ebenjene frauenperson dann nicht widerstehen konnte noch einmal ausdrücklich zu wiederholen.
doch schlagfertigkeit hin oder her, dass mir danach aus einer anderen ecke der runde entgegenschallte, dass der bigboss gefü himself ja auch mal den rollenden mazda sein eigen genannt hatte, war situativ betrachtet fast genauso genugtuuend, wie den richtigen spruch zur richtigen zeit gelandet zu haben…
würdigung
meine eltern sagten früher immer zu mir: du siehst so gut aus. die frauen werden auf dich fliegen, wart’s nur ab! ich warte immer noch. und darf mich stattdessen damit abfinden, dass die einzigen, die mich zu würdigen wissen, vom anderen ufer sind. manche so unnachgiebig, dass sie erst ablassen, wenn ich mich 100% und unmissverständlich als „eine hete“ geoutet habe. manchmal glaube ich wirklich, die welt ist noch nicht reif für mich…
Kein Tag wie kein anderer
Aufwachen. Kämpfen. Tee trinken. Aufstehen. Arbeiten. Feierabend. Entspannen, abschalten. Unter die Decke kriechen, einschlafen. Aufwachen… und der ganze Spaß von vorne. Soviel Routine, dass ich neulich vergaß, welchen Wochentag wir haben. Dreht sich wirklich die Welt, oder nur ich… um mich selbst? Im Kreis, auf der Stelle. Wohin geht es, wo will ich hin?!
schluck, du stück
schlecht ist mir. als hätte ich mir den magen verdorben. an einem faulen stück fleisch oder so. dabei habe ich mir nur einen videoclip angeschaut. was ist das für eine neue neigung, die in mir hochkocht. szenen, in denen frauen zu sexuellen objekten reduziert werden und die auf demütigende art und weise geradezu gebraucht werden. was finde ich so erregend? mund auf, schwanz rein. ein rücksichtsloser oralfick. sieht manchmal so brutal aus, dass man für einen moment meinen könnte, das frauenstück bekäme keine luft mehr. oder müsste sich übergeben. und das geilt mich auf? bringt mich mit jeder sekunde, die die szene an missbrauchscharakter zunimmt, einem heftigem orgasmus näher?
sind das die pervertierten gedanken, die entstehen, wenn man sich vernachlässigt fühlt? ja, mir fehlt körperliche nähe. und ja, es gibt frust. und ärger. verzweiflung. machtlosigkeit. abhängigkeit. es ist fast wie eine befreiung. die vorstellung, die frau dafür bezahlen zu lassen. für das leid, das sie täglich produziert. hat sie etwas anderes verdient? bedien mich, sei für mich da. rücksichtslos selbstlos. du willst es doch auch! will sie das. in den clips sieht das manchmal so aus. als wollten die „opfer“ gedemütigt werden. als würden sie schreien, missbrauch mich!
nach dem ersten video wurde mir nach dem klimax so schlecht, dass ich mir vornahm, nie wieder ein solches video zu öffnen. jetzt ertappe ich mich immer öfter dabei. und bin jedes mal angewidert. im nachhinein. von mir. irgendwas wächst in mir und ich weiß nicht was es ist und was daraus werden wird. ich weiß nur, es fühlt sich verdammt so an, als würde sich mein frauenbild gerade grundlegend ändern. und das macht angst!
nett
ich bin ein mann verdammt. zwar irgendwie anders als der dreckige rest. aber immer noch ein mann… und welcher mann steht nicht auf sex, hier und da und ein wenig nebenbei. unverbindlich eben. doch egal was ich sage, egal wie ich mich style… ich bin immer noch ich… und was am ende übrig bleibt ist der eindruck vom lieben netten kerl von nebenan. nett aber zu labil für was lockeres zwischendurch. das könnt ich ja zu herzen nehmen. und so kann ich mich anstellen wie ich will… meine annäherungsversuche provozieren automatisch angst. angst vor nähe, angst vor ernst. und so bleibt nett wohl immer die kleine schwester von scheiße!
freunde
meine wochenenden sind so ruhig. es fällt mir jetzt erst so richtig auf. dabei ist es schon länger so. ich meine sie waren nicht immer soooo ruhig. aber jetzt gehe ich weniger weg am wochenende. weniger feiern, mein ich. früher klingelte schonmal öfter das telefon, wenn es auf freitag zuging. was ich mache, was ansteht, was geplant ist… ich war bekannt für meine partylaune – und jeder der mal ordentlich abtanzen wollte wusste, an wen er sich zu wenden hatte. heute merke ich wie zielgebunden das ganze war. und alle die damals so partyfreudig waren, sind älter geworden,… oder stecken in einer beziehung. und jetzt ruft k(aum )einer mehr an. weil alle haben etwas besseres zu tun… und mir wird klar: es war gar nicht wegen mir. man rief mich nicht an, weil es darum ging mit MIR etwas zu unternehmen. sondern die unternehmung stand im vordergrund. und ich war nur mittel zum zweck. das sind keine freundschaften – das sind zweckbeziehungen. und so fühle ich mich wie ein gegenstand. praktisch und greifbar, wenn man ihn braucht. wertlos, wenn sein zweck nicht mehr erwünscht ist. freunde, das sind jene menschen, die sich immer wieder melden. weil sie einen als menschen schätzen und nicht für die funktionalität, die man in dieser oder jener situation mit sich bringt.
bei freunden geht es meist nicht darum, sich zu treffen um etwas bestimmtes zu machen. oft darum dass man sich einfach mal wieder trifft, auch wenn man absolut keinen plan hat, was man überhaupt unternehmen wird.