der liebe nette kerl
ich habe soviel sehnsucht in mir. und dass ich nicht bekomme, wonach ich mich sehne, lässt mich zweifeln an mir. ob ich so uninteressant bin. oder verschrecke ich sie. ich habe mir sagen lassen ich wirke arrogant.
immer vorsichtiger werde ich in dem, was ich tue, was ich sage, wie ich mich verhalte. oft bin ich dann noch mehr ich selbst, als ich eigentlich Ich bin. und wahrscheinlich würde ich ganz anders sein, wenn ich nur mehr aufmerksamkeit bekäme. mehr ich. viel lebendiger, viel freier. begeisternder, humorvoller, charmanter und einfach mitreißender. statt- und währenddessen bin ich einfach nur ein lieber netter kerl. ein solcher wie sich ihn eigentlich alle frauen wünschen. zumindest sagen sie das.
bullshit, frauen wollen keine lieben netten kerle. zumindest reicht das nicht aus. frauen wollen abenteuer. jemanden, der begeistert. der mit charme die seele erobert. oder mit humor die gemeinsamen stunden vergoldet. jemand der sich abhebt, der hervorsticht, anders als die anderen ist. jemanden zum bewundern, zum aufschauen. und weil ich das nicht bin, interessiert sich frau nicht für mich, und weil sich frau nicht für mich interessiert bin ich das nicht. hach, ich liebe teufelskreise…
schluck, du stück
schlecht ist mir. als hätte ich mir den magen verdorben. an einem faulen stück fleisch oder so. dabei habe ich mir nur einen videoclip angeschaut. was ist das für eine neue neigung, die in mir hochkocht. szenen, in denen frauen zu sexuellen objekten reduziert werden und die auf demütigende art und weise geradezu gebraucht werden. was finde ich so erregend? mund auf, schwanz rein. ein rücksichtsloser oralfick. sieht manchmal so brutal aus, dass man für einen moment meinen könnte, das frauenstück bekäme keine luft mehr. oder müsste sich übergeben. und das geilt mich auf? bringt mich mit jeder sekunde, die die szene an missbrauchscharakter zunimmt, einem heftigem orgasmus näher?
sind das die pervertierten gedanken, die entstehen, wenn man sich vernachlässigt fühlt? ja, mir fehlt körperliche nähe. und ja, es gibt frust. und ärger. verzweiflung. machtlosigkeit. abhängigkeit. es ist fast wie eine befreiung. die vorstellung, die frau dafür bezahlen zu lassen. für das leid, das sie täglich produziert. hat sie etwas anderes verdient? bedien mich, sei für mich da. rücksichtslos selbstlos. du willst es doch auch! will sie das. in den clips sieht das manchmal so aus. als wollten die „opfer“ gedemütigt werden. als würden sie schreien, missbrauch mich!
nach dem ersten video wurde mir nach dem klimax so schlecht, dass ich mir vornahm, nie wieder ein solches video zu öffnen. jetzt ertappe ich mich immer öfter dabei. und bin jedes mal angewidert. im nachhinein. von mir. irgendwas wächst in mir und ich weiß nicht was es ist und was daraus werden wird. ich weiß nur, es fühlt sich verdammt so an, als würde sich mein frauenbild gerade grundlegend ändern. und das macht angst!
wenn frauen mobben
wenn frauen mobben, sieht das auf den ersten blick gar nicht wie mobbing aus. wenn frauen mobben sind sie dabei nämlich eher passiv. so trivial es auch klingen mag, sie IGNORIEREN die zu mobbende person schlichtweg. was besonders gut klappt, wenn besagte person auf die mobberin angewiesen ist. kein anruf wird mehr entgegengenommen, keine mail beantwort. keiner anrufbitte wird nachgegangen. nicht sofort, nicht in kürze und nicht verspätet. die gemobbte person fühlt sich abhängig und machtlos. und gedemütigt, wenn sie merkt wie andere kollegen im büro ebenjene person minuten danach problemlos erreichen können. projekte eskalieren, weil die mobberin die kommunikation boykottiert. und am ende bleibt der gemobbten person nur eines übrig: resignative kündigung oder konfrontation von angesicht zu angesicht.